30 Jahre Jugendtreff in Lobeda-Ost

Rückblicke – Einblicke – Ausblicke

 

Vierzig Jugendliche gründeten 1975, vor 30 Jahren, einen Jugendklub…

Zunächst hatten sie keine festen Räume und so trafen sie sich in den Kellerräumen des Wohngebietes Lobeda-Ost. Vertrieben von den Bewohnern, machten sie sich auf die Suche nach einem Treffpunkt – dieser wurde 1976 im Keller der damaligen Bauarbeiterunterkunft, heute auch Sitz der Zweigstelle der Ernst-Abbe-Bücherei, gefunden.Eingang 1979


Zu den anfangs drei winzigen Räumen des Jugendklubs gesellten sich in den folgenden 15 Jahren weitere im Kellergeschoss, die Gästekapazität wuchs stetig von sechzig auf bis zu vierhundertfünfzig, die in der Nacht der Wiedervereinigung eine glückliche und ausgelassene Party feierten. Wurde im FDJ-Jugendclub „Birke“ die zulässige Gästezahl zunächst nach Sitzplätzen bemessen, so kehrte sich das Gäste-Platz-Verhältnis sukzessive um.

In den neunziger Jahren, dem Beginn des Happy-Hour-Booms, musste man durchaus zehn Minuten Zeit einplanen, wenn man sich im „Discoklub Birke“ vom Biertresen zur nur wenige Meter entfernten Bar bewegen wollte. Die völlig überfüllten Gänge und Räume verlangten sowohl von Gästen als auch den Klubmitgliedern viel Geduld. Aber die kuschelige Atmosphäre fand viele Fans und so kamen sie immer wieder – mehrmals in der Woche. Die Stammkundenquote lag bei durchschnittlich 80 %.

Klubraum

1990 gründeten die seinerzeit im Jugendklub Birke aktiven Mitglieder eine Genossenschaft. Der ehemals dem Rat der Stadt Jena unterstellte Klub war dort nicht mehr gewollt. So standen die Aktiven vor der Wahl, den Klub sterben zu lassen – und damit die 15jährige Arbeit der vielen fleissigen jungen Leute, die die Birke zu dem gemacht hatten, was sie zu dem Zeitpunkt war – eine der Top-Adressen für Tanzwütige in Jena. Sie entschieden sich für den anstrengenden Weg und wählten im Dschungel der für sie neuen bundesdeutschen Gesetzgebung die Rechtsform einer Genossenschaft, um weiterzumachen.
Klubraum

Die Lobdschen – Gäste und Klubmitglieder aller Altersklassen - bauten über die Jahre ein beinahe familiäres Verhältnis untereinander auf und so warf man sich des öfteren auf der Straße die Frage zu „Sehn wir uns heute abend im ‚Boom’? Der liebevoll - umgangssprachliche Ausdruck für Baum als Verallgemeinerung für „Birke“ wurde später die Grundlage für die aktuelle Bezeichnung in Erinnerung an vergangene Tage.